Fränkische Schweiz

Genießer-Tour

Wer nur ein Wochenende Zeit hat, kann nicht in die Ferne schweifen. So wird das Zielgebiet schnell gefunden. Mit ihren vielen kleinen Straßen ist die Fränkische Schweiz hervorragend zum entschleunigen geeignet. Die Langsamkeit hat auch ihre Vorteile: Die Augen können in der Landschaft stöbern und mehr entdecken. Die Strömungsgeräusche am Helm fehlen, man hört mehr von der Umgebung. Und bei fast jeder Rast werden wir sofort von Menschen angesprochen. Man erlebt auf eine eigene Weise mehr.

über die Wiesent

Gemächlichkeit bringt auch der erste Tag: Wir haben das Glück einer Privatbesichtigung der Aagland-Manufaktur im Schloss Kühlenfels. Dort werden in liebevoller Handarbeit Aaglander-Kutschen hergestellt. Die Kutschen werden statt von Pferden mit einem 900-Kubik-Dieselmotor befeuert. Fünf bis zehn Stundenkilometer sind die Kutschen schnell – der Luxus der Langsamkeit.

Aaglander

Danach geht es zu den Druiden bei Wohlmannsgesees. Dort liegen tonnenschwere bemooste Steinbrocken im Wald, scheinbar in geometrischer Anordnung. Eine ehemalige keltische Kultstätte? Nachdem wir die Steine begutachtet haben, steuern wir die Stadt Pottenstein und die 1000-jährige Burg an. Nebenan liegt Tüchersfeld mit seinen Felsentürmen, Wachposten, Hubertusfelsen und Bischofsgruppe.

Tüchersfeld . . Tüchersfeld (2)

Nach einer Eis-Pause geht es mit neuen Kräften zur Burg Rabenstein und zum Motorradtreffpunkt Kathi-Bräu. Im gemütlichen Biergarten kann sich der geschaffte Biker an herzhaften Vesperplatten stärken. Das selbstgebraute Dunkel kommt aber nicht auf die Bestellung. Weiter treiben wir die Enduros nach Aufseß. Der Ort hat die höchste Brauereidichte. Vier Brauereien auf 1400 Einwohner! Das brachte ihm im Jahre 2000 einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde! Ohne einen Schluck Gerstensaft müssen wir zu unserer Pension zurückfahren.
Der nächste Morgen weckt uns mit strahlend blauem Himmel. Nach dem Frühstück steuern wir durch das Wiesenttal die Burg Neideck an. Wir queren die Wiesent und die Schienen der historischen Museumsbahn. Diese hatte leider heute keinen Dienst, vergeblich gewartet. Nun schlagen wir Kurs Süd ein und steuern Kirchehrenbach an. Dort erklimmen wir den 512 Meter hohen Walberla-Berg mit seiner Wallburgiskapelle. Oben belohnt uns ein herrlicher Panoramablick auf das Wiesenttal. Nach dem kräftezehrenden Auf- und Abstieg ist es nur ein kleiner Gasstoß zum „Otto“. Die Brauerei Drummer in Leutenbach ist die heimliche Attraktion. An der Hauptstraße gelegen, mit einem Lindenbaum vor der Tür, wird hier seit 1750 selbst gebraut. Nach der Stärkung bummeln wir zurück in Richtung Gößweinstein zur Pension Gisela. Wir sind geschafft. Die Erfahrung der Langsamkeit ist anstrengend. Den letzten Abend nutzen wir und treiben unsere Enduros zügig durch das Trubachtal. Plötzlich fällt das nun von Insekten verschmutzte Visier auf, die Welt fliegt wieder schräg vorbei: Die flotte Gangart hat ihren Reiz noch nicht verloren.

Unterzaunsbach . Bamberg

Oldie trifft Oldie

2 thoughts on “Fränkische Schweiz

  1. Jau, die fränkische Schweiz ist toll, habe ich damals auch mit meiner LC4 erkundet und fast die gleichen Bilder gemacht hihi
    LG
    Jenny

    • Jenny, die Fränkische Schweiz ist schön und vor allem fast um die Ecke. Ein tolles, nicht überlaufenes Motorradrevier!

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